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Japan: Auf Erdrutsch-Wahlsieger wartet harte Arbeit

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Japan: Auf Erdrutsch-Wahlsieger wartet harte Arbeit

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Mehr Bürgernähe, weniger Bürokratie – mit einer gehörigen Portion Populismus hat die Demokratische Partei Japans bei den Parlamentswahlen einen triumphalen Wahlsieg eingefahren. Yukio Hatoyamas DPJ löst nach 54 Jahren die Liberaldemokraten ab.
 
Hatoyama strebt eine Koalition mit Sozialdemokraten und Neuer Volkspartei an. Seinen Erfolg führt er auf die große Unzufriedenheit der Menschen mit der LDP zurück.
 
Die Liberaldemokraten des geschlagenen Ministerpräsidenten Taro Aso verloren fast zwei Drittel ihrer Parlamentssitze. Aso kündigte Konsequenzen an:
 
“Ich bedauere, dass wir die Sitze eingebüsst haben. Als Parteichef lastet da eine grosse Verantwortung auf mir. Deshalb möchte ich mich vom Vorsitz der LDP zurückziehen.”

Viele Wähler hatten enormen Frust aufgestaut. 
 
Das Vertrauen in die Regierungsinstitutionen war auf immer neue Tiefststände abgesackt.
 
Ein Wähler:
“Es lag so viel Wut über die lange Vorherrschaft der LDP in der Luft. Aber jetzt müssen wir Geduld haben. Ob es die Neuen besser machen, wird sich erst nach und nach herausstellen.“ 
 
Eine Wählerin:
“Ich bin keine besondere Politik-Expertin. Aber was uns da an Wandel bevorsteht – etwas mulmig ist mir da schon.”
 
Die erst 1996 gegründete DPJ hatte vor zwei Jahren bereits bei den Oberhaus-Wahlen gesiegt.
 
Damit verfügt sie nun in beiden Parlamentskammern über eine klare Mehrheit.
 
Parteichef Yukio Hatoyama will zunächst das Kindergeld erhöhen, die Gebühren für höhere Schulen und Autobahnen abschaffen, Bauern ein Mindesteinkommen geben und eine Mindestrente einführen.