Eilmeldung

Eilmeldung

Danzig: Veröhnliche Töne zum Weltkriegsgedenken

Sie lesen gerade:

Danzig: Veröhnliche Töne zum Weltkriegsgedenken

Schriftgrösse Aa Aa

Zum 70. Jahrestag des Kriegsbeginns haben in Danzig Spitzenpolitiker aus Europa und Nordamerika des deutschen Überfalls auf Polen gedacht. Am Mahnmal für die Verteidiger der Westerplatte stellten sie Grablichter nieder. Mit dem Beschuss des dortigen Munitionsdepots begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg.

Erinnern sei der beste Schild gegen einen neuen Krieg, mahnte Polens Ministerpräsident Donald Tusk. Er unterstrich, dass auch die Gewerkschaft Soldiarnosc und mit ihr die Wiedervereinigung Europas ihren Ursprung in Danzig hätten. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bekannte sich zur deutschen Verantwortung für den Krieg. Ihre Einladung sei Zeichen wirklicher Freundschaft zwischen Deutschland und Polen. Sie verneige sich vor allen Polen, denen die deutsche Besatzung unendliches Leid zugefügt habe. Merkel erinnerte aber auch an das Schicksal der nach dem Krieg Vertribenen. Neben den Verdiensten Polens hob die Kanzlerin aus der früheren DDR auch die Ungarns und der damaligen Tschechoslowakei beim Fall des Eisernen Vorhangs hervor. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin fand ungewöhnlich versöhnliche Töne: “Wir müssen alle unsere Fehler anerkennen. Unser Land hat das getan, das Parlament hat den Molotow-Ribbentrop-Akt verurteilt. Das gleiche können wir nun auch von anderen Ländern erwarten, die mit den Nationalsozialisten kooperiert haben.” In Putins Worte allerdings mischten sich erneut Misstöne aus Moskau: Der russische Auslandsgeheimdienst veröffentlichte Akten, die Polens Mitverantwortung für den Kriegsausbruch belegen sollen.