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Neue Methode ermöglicht Vorhersagen über Erfolg der In Vitro-Fertilisation

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Neue Methode ermöglicht Vorhersagen über Erfolg der In Vitro-Fertilisation

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Charlotte ist die Mutter von zwei Kindern. Sie hat beide nach in-vitro Fertilisationen entbunden.

Diese Methode der künstlichen Befruchtung wird von vielen Frauen mit Erfolg praktiziert. Denn die Unfruchtbarkeitsraten in Europa steigen, in der einen oder anderen Form soll es manchen Zahlen zufolge sogar 12 bis 15 Prozent der Paare im zeugungsfähigen Alter betreffen. Doch Charlotte’s Weg zur Schwangerschaft war schwer, wie sie erklärt: “Ich war 25 und habe die Pille abgesetzt. Nach ein, zwei Jahren habe ich künstliche Befruchtung ausprobiert. Ich habe das insgesamt sechs Mal versucht, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin habe ich gewechselt zur in vitro-Fertilisation, aber erst nach drei Versuchen hat es geklappt. Psychologisch ist das sehr belastend.” Oftmals können die Ärzte nicht genau erklären, aus welchen Gründen ein Embryotransfer in den Uterus erfolgreich verläuft und aus welchen nicht. Um Menschen wie Charlotte zu helfen, wurde 2004 ein europäisches Forschungsprojekt ins Leben gerufen. In Florenz ist es Dr.Marie-Pierre Piccini, die die Recherchen durchführt. Ein extrem sensitives Gerät namens Luminex soll helfen so frühzeitig wie möglich zu erkennen, ob ein Embyro mit dem Uterus der entsprechenden Frau kompatibel ist. Untersucht wird die Flüssigkeit, die die Eizellen umgibt, die man auch die Follikulärflüssigkeit nennt. Ein kleiner Tropfen dieser reicht aus, um von Luminex getestet werden zu können. “Wir haben in der Flüssigkeit das G-CSF Molekül entdeckt. Eizellen, die von einer mit dem Molekül ausgestatteten Flüssigkeit umgeben sind, haben Aussicht auf einen erfolgreichen Embryotransfer. Es handelt sich also um einen neuen Biomarker, den einzigen, den wir bis jetzt kennen, um Voraussagen über den Ablauf des Embryotransfers treffen zu können”, erklärt Doktor Piccini. Die Erfolgsaussichten der in vitro-Fertilisation sind stark von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel dem Alter der Frau oder der Anzahl der befruchteten Embryonen. Auch die psychische Belastung sollte nicht unterschätzt werden und kann die Erfolgsaussichten beeinflussen. Luminex und der neu entdeckte Biomarker können diese verbessern. Und die behandelten Frauen wissen durch diese Methode von Anfang an besser, ob Chancen auf einen erfolreichen Embryotransfer bestehen. Wissen welcher Embryo erfolgreich in einen Uterus eingesetzt werden kann – das ist die große Herausforderung, vor der die Forschung steht. Frauen wie Charlotte soll dadurch entscheidend geholfen werden. Der Druck und der Stress, der durch einen unerfüllten Kinderwunsch entsteht, könnte abgemildert und die die Zahl der in vitro-Fertilationsversuche verringert werden.