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Winton-Zug erinnert an Rettung von 669 Kindern

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Winton-Zug erinnert an Rettung von 669 Kindern

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Abfahrt für den neunten “Winton”-Zug von Prag nach London: Er erinnert an die Rettung von 669 meist jüdischen Kindern vor den nationalsozialistischen Konzentrationslagern durch den Briten Nicholas Winton.

70 Jahre danach wird die Reise wiederholt. Von Prag durch Nürnberg, Köln, die Niederlande. Am Freitag wird der Zug in Liverpool Street erwartet – von Sir Winton persönlich, heute 100 Jahre alt. Mit dabei auch einige, die damals gerettet wurden. Und die ihre Eltern nie wiedersahen: “Ich habe keine Angst vor der Reise, das ist für mich eine Form von Dankbarkeit. Und ich bin froh, dass es mir nach 70 Jahren immer noch gut genug geht, um diese Fahrt zu wiederholen”, sagte Ruth Hallova. 50 Pfund Sicherheit verlangte Großbritannien von Winton pro aufgenommenes Kind – zu der Zeit ein Vermögen. 50 Jahre lang hatte Winton über seine Rolle geschwiegen, auch gegenüber seiner Frau. Die aber fand irgendwann alte Dokumente. Insgesamt acht Züge fuhren so nach London. Der neunte sollte am 3. September 1939 gehen. Er hat Prag nicht mehr verlassen. Mehr als 15.000 tschechische Kinder wurden während des Krieges ermordet.