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Zum Gedenktag: Putin ruft zur Versöhnung auf

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Zum Gedenktag: Putin ruft zur Versöhnung auf

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Zum 70. Jahrestags des Kriegsbeginns hat Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin in Polen zur Versöhnung beider Völker aufgerufen. Im polnischen Ostseebad Sopot signalisierten er und der polnische Regierungschef Donald Tusk Bereitschaft, ihre Archive für Historiker des jeweils anderen Landes zu öffnen. Das betrifft auch das Massaker von Katyn. Erst gestern hatte Putin den Hitler-Stalin-Pakt als unmoralisch verurteilt.

“Wir müssen alle Nuancen der Geschichte berücksichtigen, die Überzeugungen aller Seiten kennen, keine Standpunkte diktieren. Wir müssen uns über die Probleme der Vergangenheit hinwegsetzen. Wir müssen gemeinsam in die Zukunft gehen”, sagte Putin. Mit dem minutenlangen Heulen der Hafensirenen begannen die Gedenkfeiern am frühen Morgen auf der Danziger Westerplatte. Um 4.45 Uhr hatte damals das deutsche Schiff “Schleswig Holstein” das Feuer auf die zur Festung ausgebaute polnische Enklave eröffnet. “Das Erinnern daran wollen wir Polen gegen niemanden verwenden. Wir erinnern, weil wir wissen, dass diejenigen, die ihre Geschichte vergessen oder verfälschen, wieder Katastrophen heraufbeschwören”, so Tusk. Erst kürzlich hatten Geschichtsreportagen in polnischen und russischen Medien das Klima zwischen beiden Ländern vergiftet. Neben der Rede Putins wird in Danzig auch die der deutschen Kanzlerin Angela Merkel mit Spannung erwartet.