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Kasachische Handwerksexponate in einer Jurte mitten in London

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Kasachische Handwerksexponate in einer Jurte mitten in London

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In der Londoner Brunei Gallery werden zur Zeit in handwerkliche Textilarbeiten von kasachischen Frauen aus der West-Mongolei gezeigt.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine traditionelle Jurte, die aus Zentralasien nach London gebracht wurde. Die Kuratorin Anna Portisch hat ein Jahr in der West-Mongolei verbracht, im Rahmen einer Doktorarbeit. “Die beiden Textilien, die am häuftigsten gefertigt werden, das sind einerseits Filzteppiche und andererseits bestickte Wandbehänge, Schmuckleisten oder Kissen”, erklärt sie. “Filz wird nicht gewebt, sondern gerollt. Man nimmt Schaf- oder Lammwolle, und dann rollt man die Fasern stundenlang auf einer roten Matte. Dann schneidet man gewisse Muster heraus und färbt diese. Es ist harte Arbeit, harte körperliche Arbeit, aber es herrscht ein großes Gemeinschaftsgefühl, die Frauen arbeiten zusammen.” Die ausgestellten Textilien aus dem Altai-Gebirge sind teilweise aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Manche weisen jedoch auch modernere Einflüsse auf. Es ist ein faszinierender Einblick in das Leben und die Traditionen dieser wenig bekannten Volksgruppe. “Mir war auch daran gelegen, nicht nur diese wunderschönen Textilien zu zeigen, sondern auch darzustellen, wer die Frauen sind, die sie herstellen. Ich wollte zeigen, daß harte Arbeit dahinter steckt, und vor allem auch eine faszinierende Technik”, so Anna Portisch. Noch bis zum 19.September sind die Handwerksexponate aus der West-Mongolei in London zu bestaunen.