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Lockerbie: Brown weist Doppelzüngigkeit zurück

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Lockerbie: Brown weist Doppelzüngigkeit zurück

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Nach der Begnadigung des Lockerbie-Attentäters hat Gordon Brown sich gegen Kritik verwahrt, er habe wegen Wirtschaftsinteressen Einfluss auf die schottische Regierung genommen. Der krebskranke Abdel Bassit al-Megrahi liegt einem libyschen Beamten zufolge inzwischen in Tripolis auf der Intensivstation.

Der britische Premierminister sagte in Birmingham: “Es gab keine Verschwörung, kein Vertuschen, keine Doppelzüngigkeit, kein Ölgeschäft, keinen Einfluss auf schottische Minister und kein Versprechen an den libyschen Revolutionsführer Gaddafi. Wir waren immer deutlich mit den Libyern und allen andern, dass dies allein eine Entscheidung der schottischen Regierung ist.” Gestern veröffentlichte Briefe zeigten, dass die Beziehungen zu Libyen durchaus eine Rolle gespielt hatten. Oppositionsführer David Cameron forderte eine Untersuchung: “Einerseits hat Gordon Brown keine Meinung zu dem Massenmörder mitgeteilt. Andererseits hat er die Libyer verstehen lassen, dass dieser nicht im Gefängnis sterben solle, das ist doppelzüngig. Die Entscheidung lag beim schottischen Justizminister Kenny MacAskill. Ihm und seiner nationalistische Minderheitsregierung verpasste das Parlament in Edinburgh einen Dämpfer. Zu einem Misstrauensvotum kam es aber nicht. Gaddafi, der gerade sein 40. Amtsjubiläum feierte, bemüht sich seit Jahren um eine Rückkehr in die Staatengemeinschaft. Libyen hat die Verantwortung für den Flugzeuganschlag in Lockerbie übernommen, bei dem 1988 270 Menschen getötet wurden.