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Rauschgift ist immer noch das Opium des Volkes

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Rauschgift ist immer noch das Opium des Volkes

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Hier ist nicht nach Marxscher Lesart Religion Opium des Volkes. In Afghanistan ist Opium das Opium des Volkes. Seit vielen Jahren ist die Drogenpflanze die Haupteinnahmequelle für das Land am Hindukusch. 2007 schlug die Produktion alle Rekorde. Seither ist sie rückläufig. Eine gute Nachricht, findet man in der Uno-Anti-Drogenbehörde für Europa, West- und Zentralasien (ONUDC). Der Kampf der NATO gegen die Taliban zeige erste Erfolge. Diese seien hauptsächlich für den Handel mit Opium und Heroin verantwortlich.

Aus Afghanistan stammen 90 Prozent des weltweit produzierten Opiums. In diesem Jahr ist die Produktion um zehn Prozent zurückgegangen. Die Anbaufläche ist sogar um 22 Prozent zurückgegangen. Die afghanischen Behörden sind dementsprechend optimistisch: “Wir haben die Drogen-Situation unter Kontrolle. Für die kommenden Jahren – das versichere ich Ihnen – bin ich sehr optimistisch, dass in mehreren Provinzen kein Opium mehr angebaut wird.” Ein trügerischer Optimismus. Afghanistan hat in diesem Jahr trotzdem 6.900 Tonnen Opium produziert – viel mehr als der weltweite Bedarf. Der stagniert bei etwa 5.000 Tonnen. Die Vorräte in Afghanistan werden auf etwa 10.000 Tonnen geschätzt. Die afghanischen Truppen werden von NATO-Soldaten bei ihrer Arbeit unterstützt. Die Mission: Opium-Felder zerstören und die Wege der Drogenhändler der Taliban aufdecken. Die Opium-Bauern sind nun gezwungen, sich sprichwörtlich anderen Feldern zuzuwenden. Der Druck der afghanischen Behörden ist enorm gewachsen. Die Händler verlieren offenbar an Einfluss. Außerdem sind die Marktpreise gefallen. Beispiel: Die Provinz Helmand. Hier haben britische und amerikanische Soldaten ihre Operationen deutlich verstärkt. Trotzdem: 6,4 Prozent der afghanischen Bevölkerung sind weiter in den illegalen Drogenhandel verstrickt. Und: Die rasch wachsenden Opium-Vorräte sind eine tickende Zeitbombe – so der Bericht der UN-Anti-Drogenbehörde ONUDC. Geheimdienste und Armee haben noch viel Arbeit, denn alle Versuche, die gigantischen Opium-Vorräte zu finden, sind bislang erfolglos geblieben. Das Ziel der Drogenhändler: Die Opium-Preise schnellen in die Höhe. Teure Sucht. Von wegen – das Opiums des Volkes …