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Schottisches Parlament diskutiert Fall Megrahi

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Schottisches Parlament diskutiert Fall Megrahi

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Die Begnadigung des Lockerbie-Attentäters beschäftigt weiter Großbritannien – und das schottische Parlament in Edinburgh. Schottlands Justizminister Kenny MacAskill erklärte erneut, dass er den krebskranken Abdel Bassit al-Megrahi wegen humanitärer Gründe freiliess. Und nicht wegen Wirtschaftsinteressen. Oder etwaigen Drucks aus London.

Gestern veröffentlichte Briefe zeigen zwar, dass die Regierung Brown den Schotten freie Hand liess. Sie belegen der Opposition zufolge aber auch, dass London vermeiden wollte, dass der Libyer im Gefängnis stirbt. Al-Megrahi war 2001 zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. Seine Schuld an dem Anschlag auf eine Pan Am-Maschine, bei dem 1988 im schottischen Lockerbie 270 Menschen starben, hatte er immer wieder bestritten. Nicht nur die Londoner Opposition, auch das Handling der Affäre in Tripolis bringt Gordon Brown unter Druck. Vor zwei Wochen wurde der Freigelassene als Held begrüßt, gestern schmückten Aufnahmen der Szene die Feiern zum 40. Amtsjubiläum von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Seit Libyen – früher Unterstützer von Terrorgruppen – die Verantwortung für den Lockerbie-Anschlag übernommen und die Opfer entschädigt hat, suchen westliche Regierungen vermehrt die Nähe zu dem erdölreichen Staat.