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Karamanlis am Ende? Neuwahlen in Griechenland

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Karamanlis am Ende? Neuwahlen in Griechenland

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In Griechenland hat mit der Ankündigung von Neuwahlen am 4. Oktober der Wahlkampf begonnen. Die Zeitungen sind voll davon und sie sehen die sozialistische Opposition vorn.

Der konservative Ministerpräsident Kostas Karamanlis stellte beim Präsidenten den Antrag, das Parlament aufzulösen. Die Verfassung sieht das vor, bei wichtigen Gründen. Für Karamanlis, der nur mit einer Stimme Mehrheit regiert, ist das die Wirtschaftskrise: “Ich bitte um ein neues, öffentliches Mandat, damit wir mit den richtigen Programmen der schwierigen internationalen Situation begegnen können.” Jetzt sei es Zeit, weiterzugehen, Griechenland könne nicht warten, entgegenete der Chef der oppositionellen Sozialisten, Giorgos Papandreou, und forderte eine neue Einheit der Griechen. Diese sind auch enttäuscht von Karamanlis’ Wahlversprechen, mit der Korruption aufzuräumen. Der Regierungschef ist im Umfragetief und auch aus den eigenen Reihen unter Druck. “Die Regierung ist schwach, mit den Wahlen will sie heraus aus dieser Situation. Aber ich denke, weder mit der konservativen Nea Dimokratia noch mit der sozialistischen PASOK wird sich etwas ändern”, sagt in Athen ein junger Mann resigniert. Und auch ein anderer entgegenet enttäuscht: “Die beiden großen Parteien hätten jetzt zusammenarbeiten müssen, aber sie sind mehr an ihrem Wohl als an dem des Landes interessiert!” Die Krise hat die Wirtschaft lahmgelegt. Die Haupteinnahmequellen Tourismus und Schiffbau versiegen. Gewaltsame Proteste lähmen das Land zusätzlich. Unzufriedenheit herrscht auch über die Waldbrände und das anhaltende Problem der Bodenspekulation.