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Nach Spritzenattentaten: Chinesische Volksseele kocht

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Nach Spritzenattentaten: Chinesische Volksseele kocht

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In der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang ist die Polizei am Freitag mit Tränengas gegen mehrere tausend protestierende Han-Chinesen vorgegangen. Die Ordnungskräfte sperrten Straßen ab, um zu verhindern, dass die Han-Chinesen in Stadtviertel der Uiguren eindringen. Die Demonstranten äußerten ihren Unmut über eine mysteriöse Serie von Angriffen mit Injektionsnadeln auf Passanten, die die Stadt seit Mitte August in Atem hält. Bei den Opfern handelt es sich vorwiegend um Han-Chinesen. In Xinjiang gibt es besonders viele Aids-Fälle.

“Die Regierung sollte sich um die Menschen kümmern und sie schützen”, klagt eine Demonstrantin. Seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen den Uiguren, die von den wirtschaftlich erfolgreichen Han-Chinesen immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden. Als der Gouverneur der Autonomen Region versuchte, die Menge zu beschwichtigen, wurden Rufe nach seinem Rücktritt laut. Bei Ausschreitungen gegen Chinesen waren Anfang Juli fast 200 Menschen getötet worden.