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Giftgasalarm in der Bretagne

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Giftgasalarm in der Bretagne

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Eine Algenpest sorgt an der französischen Atlantikküste für Aufregung. Die von verrottenden Algenmassen emmitierten Gase sind offenbar tödlich. Im Juli war ein Strandreiter in einem Algenteppich bewusstlos zusammengebrochen. Sein Pferd starb. Auch der Tod mehrerer Hunde sowie eines Joggers werden mit den Algen in Zusammenhang gebracht. Für den Tourismus in der Region eine Katastrophe. Die Behörden handeln erst viel zu spät, kritisieren Umweltschützer.

Forscher haben jetzt die Faulgase untersucht. Es handelt sich um Schwefelwasserstoff – und der kann in hohen Konzentrationen für Menschen tödlich sein. An einigen Stellen in der Bretagne wurden Werte gemessen, die zweihundertmal so hoch sind wie der in der Industrie erlaubt: “Es ist ein ein Atemgift, dass den Sauerstoff bindet”, erläutert Dr. Claude Lesne die Gefährlichkeit. Hervorgerufen werden die Algen durch den hohen Nitrateintrag durch die Landwirtschaft. Mit nur 5 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Frankreichs ist die Bretagne die Heimat von 60 % der französischen Schweinezuchtbetriebe, 35 % der Geflügelfarmen und 30 % der Milcherzeuger.