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Wieder Spritzenattentate in Urumqi

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Wieder Spritzenattentate in Urumqi

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In der nordwestchinesischen Unruheregion XinJiang ist die Lage nach wie vor angespannt. Han-Chinesen berichteten am Samstag über neue Angriffe mit Injektionsnadeln im Stadtzentrum von Urumqi.

“Drei Uiguren haben einen kleinen Han-Chinesen mit vergifteten Nadeln gestochen und sind dann weggerannt”, schildert ein Augenzeuge den Vorfall. “Man muß diese Leute bestrafen. Die Polizei darf sie nicht vor uns schützen”, klagt ein anderer Chinese. Mit Straßensperren ist das Zentrum der Millionestadt Urumqi abgerieglt. Viele Han-Chinesen sind aufgebracht, weil die Verantwortlichen für die Übergriffe auf ihre Volksgruppe Anfang Juli noch nicht bestraft sind. “Sie haben viele verhaftet, aber auch viele freigelassen. Es hat aber noch kein einziges Urteil gegeben. Die Uiguren schikanieren uns, und jetzt haben wir diese Injektionsnadelangriffe”, beschwert sich Frau Si. Am Freitag waren bei Protesten in Urumqi fünf Menschen getötet worden. Mehrere zehntausend Menschen hatten über drei Tage für einen besseren Schutz der Han-Chinesen demonstriert. Viele warfen der Regierung auch Unfähigkeit vor. Der KP-Chef der Haupstadt Urumqi und der für öffentliche Sicherheit verantwortliche Parteifunktionär von XinJiang wurden am Samstag von ihren Aufgaben entbunden. Gründe für die Entscheidung wurden nicht mitgeteilt.