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Deutschland scheitert mit Milchquoten-Wünschen

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Deutschland scheitert mit Milchquoten-Wünschen

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Ungeachtet weiterer Proteste von belgischen Milchbauern und trotz eines konzertierten Vorstoßes von Deutschland und anderen Ländern beim Treffen der Landwirtschaftminister ist die EU-Kommission hart geblieben: Die Milchquote, das heißt die erlaubte Produktionsmenge, wird nicht gesenkt. Sie soll im Gegenteil wie geplant jährlich erhöht und 2015 ganz abgeschafft werden.

Die Bauern fordern, die Produktionsmenge zu drosseln, um so die Preise zu steigern. Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer-Boel hielt dagegen, dass eine Steigerung der Quote das Problem des gegenwärtigen Preissturzes kaum lösen würde, und verwies auf zahlreiche Finanzhilfen, die den Milchbauern bereits zum Ausgleich gezahlt werden. Auch die schwedische Ratspräsidentschaft wehrte den Vorstoß der Minister aus Deutschland und Frankreich ab. Diese forderten eine stärkere Regulierung, Steigerung der staatlichen Interventionspreise und weitere Einlagerung von Milchprodukten, um die Preise zu stabilisieren. Sie bekamen Unterstützung von 14 weiteren EU-Staaten, während andere Länder dies ablehnten. Nicht nur die Minister, auch Europas Milchbauern sind nicht völlig einig: Der Streik, über den sie demnächst entscheiden wollen, wird zum Beispiel von einer großen französischen Gewerkschaft abgelehnt.