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Premier Brown wegen Libyen-Politik in der Kritik

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Premier Brown wegen Libyen-Politik in der Kritik

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Wegen ihrer Libyen-Politik gerät die Regierung in London zunehmend unter Druck. Britische Medien werfen Premierminister Gordon Brown vor, politische Entscheidungen mit Rücksicht auf die Ölgeschäfte mit dem Regime Muamar al-Gaddafis zu treffen. So wurde bekannt, dass Brown den libyschen Staatschef nicht dazu drängen wollte, Entschädigungen für Opfer der IRA zu zahlen. Inzwischen ruderte Brown zurück. Bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin versprach er den Familien der Opfer, dass das Außenministerium ihre Forderungen an die Regierung in Tripolis unterstützen werde.

Die Angehörigen wollen Entschädigungen, weil Gaddafi die nordirische Untergrundorganisation IRA in den achtziger und neunziger Jahren mit Waffen unterstützt hatte. So starben 1996 bei einem Anschlag in den Londoner Docklands zwei Menschen. Der Sprengstoff dazu stammte vermutlich aus Libyen. Jonathan Ganesh, der überlebte, wirft Brown vor, heute vor allem an Ölgeschäften mit Tripolis interessiert zu sein: “Ich weiß, dass Öl wichtig ist. Doch das Leben eines Menschen ist kostbarer.” Erst Ende August war London wegen der Begnadigung des krebskranken libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi in die öffentliche Kritik geraten. Vorwürfe, die Handelsbeziehungen zu Tripolis hätten dabei eine Rolle gespielt, hatte London zurückgewiesen. Inzwischen räumt sie dies aber ein.