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Unzüchtig: Sudanesische Journalistin inhaftiert

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Unzüchtig: Sudanesische Journalistin inhaftiert

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Im Sudan ist die Journalistin Lubna Hussein ins Gefängnis gesteckt worden – weil sie Hosen trug und eine Geldstrafe nicht zahlen wollte. Wegen sittenwidrigen Verhaltens war sie zur Zahlung von umgerechnet 140 Euro verurteilt worden – und nicht, wie befürchtet, zu 40 Peitschenhieben.

Die UN-Mitarbeiterin war im Juli gemeinsam mit zwölf weiteren Frauen in einem Restaurant in Khartum festgenommen worden. Ihre Anwältin kritisierte das Gericht scharf: Weder Hussein noch ihre Zeugen hätten sprechen dürfen, sie habe sich auch nicht verteidigen können. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten zahlreiche Frauen, einige davon in Hosen. Die Polizei trieb sie mit Schlagstöcken auseinander und nahm 40 Demonstrantinnen fest. Von gegenüber beschimpften Männer sie als Huren. Hussein hatte ihren Fall öffentlich gemacht und sogar ihre Abreit bei der UNO aufgegeben, da sie sonst juristische Immunität genossen hätte. Im Sudan herrscht eine streng islamische Regierung. Frauenrechtler argumentieren, die Sittengesetze seien zu wage formuliert.