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Urheberrechtsschutz: Google versucht, Kritiker in Europa umzustimmen

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Urheberrechtsschutz: Google versucht, Kritiker in Europa umzustimmen

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Im Streit um die Schaffung einer weltweiten Online-Bibliothek und den Schutz der Urheberrechte startet Google nun mit Hilfe der EU-Kommission eine Charme-Offensive in Europa. Auf Einladung der Kommission soll der amerikanische Internet-Konzern bei einer zweitägigen Anhörung mit Experten in Brüssel klären, welche Folgen die Digitalisierung für den Urheberrechtsschutz hat. Hintergrund ist Googles Übereinkunft mit Autoren und Verlegern in den USA, auch Copyright-geschützte Werke ins Netz zu stellen, dafür aber die Rechtehalter an Einnahmen zu beteiligen. Vor allem aus Deutschland kam Protest, weil Werke ausländischer Autoren, die in US-Bibliotheken stehen, ebenfalls betroffen seien.

“Das Urheberrecht ist der Schlüssel zum Zugang und wird in Europa der Weg vorwärts sein”, betont Jessica Sänger vom deutschen Buchhandel. Google hat sich von den Protesten bislang nicht an dem ehrgeizgen Projekt hindern lassen und schon gut zehn Millionen Bücher digitalisiert. Das Argument vom “Google Books Europe”-Chef: “Es gibt definitiv eine Lösung, von der alle Seiten profitieren: Autoren und Verleger haben den Vorteil, dass sie ihre Inhalte veröffentlichen können. Und wir haben den Vorteil, dass wir unsere Nutzer zufriedenstellen können, und die Nutzer haben den Vorteil, dass sie Zugang zu mehr Informationen der Welt und zu unserem universellen Erbe haben.” Die Anhörung soll der Kommission neue Erkenntnisse bringen: Sie sieht, dass das europäische Projekt, die Online-Bibliothek Europeana, nur langsam vorankommt und für die hohen Kosten des Einscannens ein privater Partner mit dem nötigen Knowhow hilfreich wäre. Die zuständige Kommissarin favorisiert ein Rechte-Register nach US-Vorbild, um den Copyrightschutz zu gewährleisten.