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Dutzende Tote nach katastrophalen Regenfällen in der Türkei

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Dutzende Tote nach katastrophalen Regenfällen in der Türkei

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Durch die heftigsten Regenfälle seit Jahrzehnten und Hochwasser sind in Istanbul und im Nordwesten der Türkei mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Auf der Schnellstrasse von der türkischen Metropole zum Flughafen und zu Gewerbegebieten wurden Dutzende Autofahrer von einer Springflut überrascht. Auf den Dächern ihrer Fahrzeuge warteten sie auf Rettung. Augenzeugen berichten von zwei Meter hohen Wellen, die innerhalb weniger Minuten alles mitrissen, was sich ihnen in den Weg stellte. So ertranken sieben Textilarbeiterinnen in einem Minibus auf dem Weg zur Arbeit. In Teilen Istanbuls stand das Wasser anschliessend über einen Meter hoch. Die Sachschäden sind erheblich, erste Schätzungen sprechen von rund 50 Millionen Euro. Experten kritisieren inzwischen, im Raum Istanbul seien Bauprojekte auch in alten Flussbetten zugelassen worden. Im versiegelten Boden könne starker Regen dann nicht mehr versickern. Allein seit Dienstag sind nach Angaben des Provinz-Gouverneurs von Instanbul pro Quadratmeter 220 Liter Wasser niedergegangen. Das ist fast siebenmal so viel wie sonst im ganzen Monat September. Im Großraum Istanbul konnten rund 900 Feuerwehrleute und Zivilschützer mindestens 1000 Menschen aus Häusern und Autos befreien. Bei den Rettungseinsätzen spielten sich dramatische Szenen ab. Oft kam die Hilfe aber auch zu spät. Viel Zeit zum Trauern und Aufräumen bleibt nicht. Ab Freitag Abend werden wieder extrem starke Niederschläge erwartet, vor allem wieder im europäischen Teil Istanbuls und in Thrazien.