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Schlussspurt bei der Mostra

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Schlussspurt bei der Mostra

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Michele Placido hat ein Heimspiel: Gestern abend stellte der italienische Regisseur beim Filmfest in Venedig sein neues Werk vor: “Il Grande Sogno”, der große Traum.

Placido erzählt die Geschichte dreier junger Leute in der Zeit der 68er-Proteste. Laura stammt aus einer bürgerlichen, katholischen Familie – die mit Unverständnis reagiert, als die Tochter politisch aktiv wird. Privat steht Laura zwischen zwei Männern – einem Anführer der Studentenbewegung zum einen, zum anderen aber ausgerechnet einem Polizisten, der sich als verdeckter Ermittler unter die Studenten mischt. Zuvor war in Venedig “Frauen ohne Männer” zu sehen – ein Werk der Iranerin Shirin Neshat, im Wettbewerb für Deutschland. Die Fotografin und Videokünstlerin hat sich damit zum ersten Mal an einen Spielfim gewagt. Es geht um das Leben von vier Frauen im Teheran des Jahres 1953 – als ein amerikanisch gelenkter Staatsstreich die gewählte Regierung gestürzt hat und den Schah zurück an die Macht bringt – für Frauen brechen wieder schlechte Zeiten an. Das Buch, das dem Film zugrunde liegt, ist im Iran verboten. Die Arbeit an dem Film dauerte sechs Jahre; statt im Iran musste in Marokko gedreht werden, in Casablanca.