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Venezuela erkennt Georgiens abtrünnige Gebiete an

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Venezuela erkennt Georgiens abtrünnige Gebiete an

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Venezuela hat als drittes Land die abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien als unabhängige Staaten anerkannt. Präsident Hugo Chavez sagte in Moskau, sein Land werde diplomatische Beziehungen aufnehmen. Kreml-Chef Dmitri Medwedew sprach von einer wichtigen Erklärung. Bei dem Treffen ging es auch um Waffenlieferungen und Ölgeschäfte. Venezuela pflegt unter dem linkspopulistischen Chavez enge Kontakte mit Moskau.

Zuvor hatten nur Russland und Nicaragua die abtrünnigen Gebiete anerkannt. Als Georgien im vergangenen Sommer versuchte, sie zurück in den Staatsverband zu holen, kam es zu einem kurzen Krieg mit Russland. Georgien warf Chavez vor, die Provinzen nur anerkannt zu haben, um Waffen zu erhalten. Die Anerkennung durch Staatschefs wie Chavez zeige, dass Georgien im Recht und diese Situation abnormal sei, sagte der georgische Reintegrationsminister Temur Iakobaschwili. Südossetien und Abschasien seien nicht unabhängig. Es gebe hier einen Unterschied zwischen “normalen” und “roten” Staaten. Nach Angaben der russischen Rüstungsindustrie will Moskau rund 100 Panzer liefern, Gesamtwert 350 Millionen Euro, laut Medwedew vermutlich auf Kredit. Seit 2005 hat Venezuela bei Russland Waffen für 2,7 Milliarden Euro gekauft. Außerdem wollen die Erdölkonsortien beider Länder künftig nocht enger kooperieren. Eine gemeinsame Gesellschaft soll ein Feld im Orinoco-Becken erschließen.