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Gegen Al-Kaïda – selten mit großem Erfolg

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Gegen Al-Kaïda – selten mit großem Erfolg

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Nach dem 11 September 2001 heißt in den USA der Staatsfeind Nummer eins al-Kaïda. Präsident George W. Bush beginnt seinen Krieg gegen den Terrorismus, der in Form zweier ganz konkreter Landkriege Gestalt annimmt: Zunächst in Afghanistan, wo das Regime der Taliban lange dem al-Kaïda-Führer Ussama Ben Laden Unterschlupf gewährte. Anschließend nimmt sich die US-Regierung den Irak vor. Präsident Saddam Hussein unterstütze al-Kaïda heißt es damals – und er besitze Massenvernichtungswaffen.

In den Folgen Jahren kippt ein Argument für den Präventivkrieg nach dem anderen. Dennoch, nach dem Sturz des Diktators heißt es bei der US-Regierung stolz: mission accomplished – “Mission erfüllt”. Als Beweis aber, dass das eigentliche Ziel, al-Kaïda zu schlagen, in Wirklichkeit verfehlt wurde, gerät Europa nun ins Fadenkreuz der erstarkten Djihadisten: Im März 2004 explodieren in drei Madrider Bahnhöfen Bomben, 200 Menschen sterben 1 800 werden verletzt. Ein Jahr später trifft es mit Großbritannien den treuesten verbündeten der USA: Vier Bomben in London töten 56 Menschen und verletzten mehr als 700. Weitere – wenn auch kleinere – Anschläge folgen und nach wie vor weiß keiner genau wo Ben Laden, sowie sein Stellvertreter Ayman az-Zawahiri, sich aufhalten. Es heißt sie seien in den unkontrollierbaren Stammesgebieten Pakistans – von wo sie sich bisweilen mit Video-Botschaften melden. Zu Großanschlägen scheint al-Kaïda zur Zeit nicht mehr in der Lage, doch verlieren die Ideen des terroristischen Dschihad weltweit nicht an Einfluss. Ganz im Gegenteil: im Nahen Osten oder in Afrika schließen sich immer wieder Gruppen der Organisation an. Zuletzt verkündeten Aufständische im Maghreb ihren Anschluss. Viele Beobachter sagen, dass durch die militärischen Operationen in Afghanistan und im Irak al-Kaïda mehr Kämpfer gewonnen als verloren hat, tausende Internet-Seiten werben weiter um Freiwillige für den Dschihad und trotz verstärktem Druck der neuen US-Regierung von Barack Obama bleibt das Terror-Netzwerk weiter ungreifbar.