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Reality-TV-Falle

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Reality-TV-Falle

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Die türkische Polizei hat neun Frauen aus einer Villa nahe Istanbul befreit, in der sie angeblich zwei Monate festgehalten worden waren. Ihnen war versprochen worden, an einer Reality-TV-Show teilzunehmen. Stattdessen wurden Bilder von ihnen im Internet gezeigt. Besucher der Web-Seite bekamen Videos und Fotos der neun jungen Frauen zu sehen – im Bikini, in Shorts – gegen Gebühren selbstverständlich. Auch sollten die Besucher der Web-Seite über ihre Lieblingskandidatin abstimmen.

Der Schwindel flog auf, als Verwandte vergeblich die Reality-TV-Show suchten und schließlich die Behörden alarmierten. Ein Vertreter des Unternehmens, das die Web-Seite angeboten hatte, wies Vorwürfe zurück, wonach die Frauen mit Gewalt festgehalten worden seien.

“Straftaten haben nicht stattgefunden, vielmehr geht es darum, dass es den Frauen langweilig wurde und dass sie ihre Verträge kündigen wollten, ohne die dafür vorgesehene Buße zu zahlen.”

Die Kandidatinnen hatten angeblich einen Vertrag unterschrieben, der eine Strafe von umgerechnet mehr als 20000 Euro für ein vorzeitiges Ende ihrer Teilnahme vorsah.