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Mehr Scharmützel als Schlacht

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Mehr Scharmützel als Schlacht

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Insgesamt 14,21 Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntagabend das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Das eher harmlose Scharmützel auf den vier größten deutschen Fernsehsendern kam zusammengenommen auf eine Einschaltqoute von 41 %.

So schläfrig wie der bisherige Wahlkampf war auch “Das Duell”. Nur selten wurden die unterschiedlichen Standpunkte der Kontrahenten deutlich: “Ich strebe eine andere Koalition an und zwar eine starke Union in einer Koalition mit der FDP. Ich glaube, dass das, was der Kern der nächsten Legislaturperiode sein wird, nämlich, dass wir Arbeitsplätze schaffen, indem wir schnell aus diesem Tal herauskommen, indem wir Wachstum generieren, dass das mit der FDP besser zu erreichen ist. Die Übereinstimmungen sind grösser”, sagte Merkel. “Dass dieses Land eine starke Sozialdemokratie braucht, gerade jetzt in der Krise und wenn darüber gestritten wird, welche Wege wir aus dieser Krise nehmen”, erwiderte Steinmeier. Auch hinsichtlich der Beendigung des in der Bevölkerung unpopulären deutschen Engegements in Afghanistan wurden Unterschiede nur in Nuancen sichtbar: “Klaren Fahrplan vereinbaren, wie lange wir da sein müssen. Unser Zweck besteht darin, dass wir uns in Afghanistan überflüssig machen. Das geht aber nur dann, wenn die Sicherheitskräfte dort ihre Aufgaben selbst erfüllen können”, sagte Steinmeier. “Wir haben eine Übergangsphase und wir müssen so schnell wie möglich es jetzt schaffen, die Ausbildung der Sicherheitskräfte dort hinzubekommen und das muss dann mit der afghanischen Regierung besprochen werden, mit der internationalen Staatengemeinschaft und dann machen wir ein Stück Druck ja, dass Afghanistan sein Schicksal selber in die Hand nimmt”, erklärte Merkel. Es war das einzige Aufeinandertreffen der Kanzlerin mit dem Herausforderer im Fernsehen. Die traditionelle “Elefantenrunde” wird es diesmal wohl nicht geben, dafür diskutieren am Montagabend um 21.00 in der ARD die Spitzenpolitiker der drei Oppositionparteien miteinander.