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Island und die Folgen der Krise

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Island und die Folgen der Krise

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Eines der spektakulärsten Opfer der Finanzkrise war Island: Der Inselstaat im Nordatlantik hatte sich zunehmend von der Fischerei auf das Bankwesen verlegt; die Krise traf Island deshalb mit voller Wucht.

Es gab ungewohnte Massenproteste, die großen Banken brachen zusammen, schließlich stürzte die Regierung. Mit dem gewohnten Wohlstand war es für viele Isländer vorbei: “Man muss sich umstellen, mit Essen und Kleidung”, sagt diese Frau im Flohmarkt in Reykjavik. “Ich kann mir jetzt nichts Neues mehr kaufen, aber das macht auch nichts: Andere Sachen sind im Leben viel wichtiger.” Fast ein Jahr ist vergangen seit dem Bankenzusammenbruch. Vieles hat sich geändert; auch der Forscher sieht bei den Isländern eine Neubesinnung: “Die Helden von gestern sind die Schurken von heute”, meint der Soziologe Jan Olafsson; “und was den Leuten einmal unheimlich wichtig war, Geld und alles, ist nicht mehr so die Hauptsache wie in den letzten Jahren.” Nach wie vor steckt Island in der Krise, die Wirtschaft schrumpft weiterhin. Mit den Folgen haben die Isländer noch lange zu tun: Das Bankenabenteuer hat ihnen auf viele Jahre einen riesigen Schuldenberg hinterlassen.