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Proteste gegen Kopftuchverbot in Belgien

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Proteste gegen Kopftuchverbot in Belgien

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Die muslimische Gemeinschaft im flämischen Teil Belgiens protestiert immer noch gegen das Kopftuchverbot an den öffentlichen flämischen Schulen. An rund 700 Schulen sollen muslimische Mädchen und Lehrerinnen künftig nicht mehr mit einem Kopftuch zum Unterricht erscheinen dürfen. Zwei Schulen haben das Kopftuch-Verbot bereits umgesetzt.

“96 Prozent unserer Schüler sind Muslime. Es gab einen grossen Druck auf die Wenigen nicht-Muslime oder diejenigen, die kein Kopftuch tragen. Unsere Schüler haben sich nicht mehr frei gefühlt”, sagte eine Schulleiterin. Eine Mädchen haben sich dem Verbot unterworfen und gehen ohne Kopftuch zur Schule. Muslimische Vereine verurteilten die neue Regelung und boten Hilfe an. “Die Mädchen hatten Angst davor, ausgeschlossen zu werden. Sie fragten uns, ob sie auch zu Hause unterrichtet werden könnten. Jetzt unterstützen wir sie dabei”, sagte eine Sprecherin eines muslimischen Vereins. Nicht nur die muslimische Gemeinschaft protestiert gegen das Kopftuch-Verbot in Flandern. Es war ein Kernpunkt im Programm des umstrittenen rechten Vlaams-Block, mahnte ein Grünen-Politiker. “Die Rechten haben auch gefordert, dass alle islamischen Schüler auf eine Ghetto-Schule gehen – eine Schule nur für sie”, fügte er hinzu. Bisher konnten in Belgien die Schulen selbst in der Kopftuch-Frage entscheiden. Das führte zu uneinheitlichen Entscheidungen. Auch in der belgischen Region Wallonien wird ein Kopftuchverbot diskutiert.