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Schuhwerfer von Bagdad nach Haftentlassung gefeiert

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Schuhwerfer von Bagdad nach Haftentlassung gefeiert

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Der “Schuhwerfer von Bagdad” ist nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis als Held gefeiert worden. Vor neun Monaten hatte Muntadhar al Saidi seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush geworfen – und wurde im Irak eine populäre Figur.

Nicht nur die Familie des irakischen Journalisten feierte die Haftentlassung. Al Saidi war ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt worden, wegen guter Führung wurde die Strafe später reduziert. Bei einer Pressekonferenz erklärte der Schuhwerfer zu seinen Beweggründen, er sei Nationalist und habe nicht ertragen können, was seinem Land angetan worden sei: In den vergangenen Jahren seien mehr als eine Million Menschen getötet worden, es gebe jetzt mehr als fünf Millionen Waisenkinder und eine Million Witwen. Gleich nach seiner Haftentlassung erhob al Saidi schwere Vorwürfe gegen die Regierung und die Sicherheitsorgane: Er sei sofort nach seiner Festnahme schwer gefoltert worden, noch während der irakische Präsident al Maliki seine Pressekonferenz zu dem Zwischenfall abgehalten habe. Er habe Elektroschocks erhalten und sei mit Eisenstangen geschlagen worden, sagte al Saidi und fügte hinzu, er sei sich sicher, dass die Teilnehmer der Pressekonferenz seine Schreie gehört hätten. Der Reporter hatte im Dezember vergangenen Jahres während einer Pressekonferenz den damaligen US-Präsidenten George W. Bush als “Hund” beschimpft seine Schuhe nach ihm geworfen. Bush wurde dabei nicht verletzt, da er den Wurfgeschossen geschickt ausweichen konnte.