Eilmeldung

Eilmeldung

EU-Beobachter: 1,5 Millionen Stimmen gefälscht oder verdächtig

Sie lesen gerade:

EU-Beobachter: 1,5 Millionen Stimmen gefälscht oder verdächtig

Schriftgrösse Aa Aa

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan sind nach Angaben der EU-Wahlbeobachter mehr als ein Viertel der Stimmen gefälscht oder zumindest verdächtig. Betroffen seien 1,5 Millionen der bislang veröffentlichten 5,5 Millionen Stimmen, sagte der Chef der EU-Mission, Phillippe Morillon.

Es sei nun Aufgabe der Beschwerdekommission, in Zusammenarbeit mit der afghanischen Wahlkommission diese Vorwürfe zu überprüfen und die möglicherweise gefälschten Stimmen zu isolieren. Das Wahlkampfteam von Präsident Hamid Karsai bezeichnete die Äußerungen der EU-Mission als “unverantwortlich” und “parteiisch”. Die Wahlkommission gab ungeachtet aller Betrugsvorwürfe das vorläufige Endergebnis nach Auszählung aller Stimmen bekannt.

Danach führt Karsai mit 54,6 Prozent, sein Konkurrent Abdullah Abdullah liegt bei 27,8 Prozent. Der ehemalige Außenminister wirft dem Präsidentenlager massive Wahlfälschung vor. Die internationale Gemeinschaft befürchtet angesichts des Machtvakuums am Hindukusch ein Erstarken der islamistischen Taliban. Die USA wollen mehr Soldaten entsenden, in der EU werden Rufe nach einer Neuausrichtung der Afghanistanhilfe laut.