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Interview: Martin Schulz


Redaktion Brüssel

Interview: Martin Schulz

Euronews: Jose Manuel Barroso wird eine zweite Amtszeit wahrnehmen, das Europaparlament bescherte ihm eine überraschend große mehrheit. Wir würden das Wahlergebnis gern mit Martin Schulz, dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion analysieren. Wie haben Sie denn gewählt?

Martin Schulz: Ich habe mich der Stimme enthalten, das war ja auch die Empfehlung, die wir als sozialdemokratische Fraktion ausgesprochen haben. Euronews: Wie sehen Sie denn dieses Ergebnis. Ist es ein Achtungserfolg für Barroso, ist es ein Vorschusskapital, was auch schnell wieder aufgebraucht sein könnte? Martin Schulz: Also ganz sicher ist es kein Achtungserfolg, und wenn es ein Vorschusskapital wäre, dann wäre es ein sehr belastetes. Herr Barroso hat eine Mehrheit heute bekommen, für meine Begriffe keine besonders große Mehrheit, er ist gerade einmal 12, 13 Stimmen über dem gesetzlichen Mindestmaß des Lissabon-Vertrags. Und diese Mehrheit hat er nur bekommen, weil er sich von den etwas mehr als 50 Euro-Skeptikern der konservativen Fraktion, also den Abgeordneten der Herren Kaczinski, Klaus und den britischen Konservativen hat wählen lassen. Das ist wahrlich eine Mehrheit, die einem pro-europäischen Europäer nicht ansteht. Also ich glaube, das ist ein belasteter Prozess, der da heute gestartet ist.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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