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Kritik an beiden Seiten im Gazakrieg

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Kritik an beiden Seiten im Gazakrieg

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Drei Wochen lang kämpften israelische Soldaten zu Jahresbeginn im palästinensischen Gazastreifen. Israel wollte damit verhindern, dass von dort aus weiterhin Raketen auf sein Gebiet abgeschossen würden.

Eine Kommission der UNO hat den Gazakrieg untersucht. Sie kommt jetzt zu dem Schluss, dass beide Seiten Kriegsverbrechen begangen haben. Israel hat die Untersuchung allerdings nicht unterstützt, weil es die Kommission für voreingenommen hielt. Deren Leiter Richard Goldstone beschwert sich, Israels eigene Untersuchung der Vorfälle sei halbherzig gewesen. Aber auch die Behörden im Gazastreifen hätten nicht das Geringste getan, um den Raketenbeschuss auf Israel zu untersuchen und zu beenden. Die Kommission kritisiert Vorfälle wie Israels Einsatz von Phosphormunition oder Angriffe auf ein Krankenhaus und eine volle Moschee. Allgemein geht es ihr aber um das hohe Ausmaß, in dem die Zivilbevölkerung betroffen war. Der Sprecher von Israels Außenministerium nennt die Arbeit der Kommission jedoch eine Farce. Es sei ihr nicht darum gegangen, wirklich die Wahrheit herauszufinden. Die UNO-Kommission verurteilt ebenso die palästinensischen Raketenangriffe auf Israel, weil es dort keine militärischen Ziele gegeben habe. Die Hamas-Bewegung, die den Gazastreifen beherrscht, sieht diese Angriffe aber nicht als Kriegsverbrechen, sondern als legitime Selbstverteidigung im Kampf gegen Israel.