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«Spektakel des Alltags» auf der zehnten Kunstbiennale in Lyon

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«Spektakel des Alltags» auf der zehnten Kunstbiennale in Lyon

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Ein paar Blechschüsseln, Leuchtstoffröhren oder belichtete Filmrollen – welche Überbleibsel des Industriezeitalters kommen wohl in ein paar tausend Jahren ins Museum ? In Lyon sind sie jetzt zu sehen – auf Frankreichs zehnter Kunstbiennale in der Weltkulturerbe-Stadt im Voralpenland. Der Titel: «Das Spektakel des Alltags».

Selbst Kurator Hou Hanru aus China ist eine Art Schnellentwurf – er sprang erst Anfang des Jahres als Ersatzmann ein. Hou Hanru: “Den Alltag übersieht man leicht, weil er nicht so leicht auf einen Nenner zu bringen ist. Aber das ist ein Thema, das viele Künstler inspiriert hat.” Er hat mit 70 Künstlern aus aller Welt einen Selbstbedienungsladen der Eindrücke aufgezogen, locker, überraschend, manchmal scheinbar oberflächlich – oder steckt darin gerade der Hintersinn? So zeigt die Französin Agnès Varda drei Hütten zum Thema “Eina andere Welt ist möglich”, der – verstorbene – amerikanische Fluxus-Künstler George Brecht widmet sich Kleinigkeiten auf der Strasse, der Österreicher Oliver Ressler fragt “was ist Demokratie” – und der Rumäne Dan Perjovschi schliesslich bittet alle mit Mauerresten aus Berlin, sie doch zurückzubringen, um die Mauer zu rekonstruieren. Die zehnte Kunstbiennale in Lyon – bis Anfang 2010.