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EU-Kommission macht Vorschläge zur Milchkrise

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EU-Kommission macht Vorschläge zur Milchkrise

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Die europäischen Milchbauern protestieren weiter – heute hat die EU Vorschläge gemacht, wie man ihnen helfen könnte. Am Mittwich erst versprühten Bauern in Belgien Millionen Liter Milch auf einem Feld, um gegen die niedrigen Preise zu protestieren. Sie kamen auch aus Nachbarländern wie Deutschland. Der sogenannte “Milchstreik” weitet sich unterdessen immer weiter aus. In Deutschland verschütteten Bauern 7.000 Liter Milch vor dem Landwirtschaftsministerium in Bonn. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel schlug vor dem EU-Parlament in Straßburg einen neuen Rechtsrahmen für Verträge zwischen Erzeugern und Industrie vor. In der Diskussion um Milchquoten will sie Sonderabgaben für Betriebe, die mehr Milch als erlaubt produzieren. Nicht jeder sei mit ihren Lösungen einverstanden, aber sie sei überzeugt, dass sie funktionieren würden und dass sie politisch vertretbar seien. José Bové, Abgeordneter der Grünen, zeigte sich mit den Vorschlägen Fischer Boels nicht zufrieden. Diese “Laissez-Faire-Einstellung” sei unzumutbar, sagte er, sie habe furchtbare Konsequenzen für den Arbeitsmarkt und die Ökologie. Es werde kein Europa ohne Bauern geben. Die Milchquote begrenzt EU-weit die Produktion. Sie soll bis 2013 schrittweise angehoben werden und 2015 ganz wegfallen. Zu den Forderungen von inzwischen 18 EU-Staaten zählen eine vorübergehende Erhöhung des Preises für Aufkäufe und mehr Exporthilfen für Butter, Milchpulver und Käse. Der Deutsche Bauernverband, in dem die meisten Milchbauern organisiert sind, lehnt den Milchstreik ab.