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Giftmüllopfer sollen entschädigt werden

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Giftmüllopfer sollen entschädigt werden

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Ein Umweltskandal steht vor einem vorläufigen Ende: Es geht um den Giftmüll, der vor drei Jahren in der Elfenbeinküste abgeladen wurde. Der giftige Schlamm kam von einem Frachter, der für eine Rohstoffhandelsfirma fuhr.

Die Firma, Trafigura, sitzt in den Niederlanden, hat aber auch eine Niederlassung in Großbritannien, wo sie sich inzwischen einer Sammelklage stellen muss, mit rund dreißigtausend Klägern. Sie bietet deshalb jetzt an, diesen Menschen Entschädigung zu zahlen. Deren Gesamthöhe ist aber noch unbekannt. Trafigura hatte einen Vertrag mit einer einheimischen Firma: Sie sollte den Schlamm mit giftigen Ölrückständen entsorgen, war dazu aber gar nicht in der Lage. Die Firma verwies ihrerseits darauf, dass sie überhaupt nicht gewusst habe, dass es sich hier um Giftmüll handele. Trotzdem wurde ihr Besitzer letzten Herbst zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Der Elfenbeinküste hat Trafigura letztes Jahr schon 150 Millionen Euro gezahlt. Trotz der Zahlung und des jetzigen Angebots bestreitet die Firma weiter jede Schuld. Ein britischer Fernsehbericht kommt jetzt aber zu dem Schluss, dass das Risiko der Giftladung bei Trafigura sehr wohl bekannt war.