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Milchstreik: Wer schöpft den Rahm ab ?

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Milchstreik: Wer schöpft den Rahm ab ?

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Die europäischen Milchbauern protestieren weiter – unter anderem im Allgäu und in Niedersachsen haben deutsche Bauern rund 170 000 Liter Milch auf Feldern weggeschüttet. Sie wollen sich damit gegen niedrige Milchpreise wehren.
 
Der Streitpunkt: Die Milchquote. Sie begrenzt EU-weit die Produktion. Sie soll bis 2013 schrittweise angehoben werden und 2015 ganz wegfallen.
 
José Bové, Europa-Abgeordneter der Grünen, fordert eine Umkehr: “Die EU muss die Milchquoten in Europa ab sofort drastisch um 5% senken. Die Milchmenge muss solange sinken, wie die Bauern zu viel abliefern. Nur so kann das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage schnell wieder hergestellt werden. Die Politik des Laissez-faire ist unerträglich.”
 
Mit einem ganzen Massnahmenbündel will die EU-Kommission gegensteuern – nur nicht zurück zur alten Milchquote.
 
EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel: “Die erste Idee sind staatliche Beihilfen. EU-Staaten könnten zur Bewältigung dieser vorübergehenden Krise ihren Landwirten Beihilfen von bis zu 15.000 Euro anbieten.
 
Die Kommission hat das bereits in Gang gesetzt und erwartet entsprechende Vorschriften in den kommenden Wochen.
 
Und – die Preise steigen wieder, das ist eine gute Nachricht. Butter hat in Frankreich um 4% zugelegt, 8% in Deutschland und in Großbritannien noch stärker.”
 
Ein strafferes nationales Quotenmanagement solle dafür sorgen, dass die bestehende Quote wieder mit mehr Disziplin eingehalten wird.
 
Man wolle den Strukturwandel unterstützen, die gesamte Produktionskette durchleuchten und gegebenenfalls einen neuen Rechtsrahmen für Lieferverträge schaffen.
 
Das Ziel: Herauszufinden, warum die Erzeugerpreise massiv zurückgegangen sind, die Preise im Supermarktregal aber nur minimal.