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Vor G-20-Gipfel in Pittsburgh: Europa lässt die Muskeln spielen

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Vor G-20-Gipfel in Pittsburgh: Europa lässt die Muskeln spielen

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Eine Woche vor dem Weltfinanzgipfel erhöht die Europäische Union den Druck auf die USA. Das Ziel: Entschlossene Reformen der internationaleFinanzarchitektur. Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich in Brüssel, um gemeinsame Positionen für den G-20-Gipfel in Pittsburgh vorzubereiten.

So soll US-Präsident Barack Obama den Weg freimachen für eine Begrenzung von Bonuszahlungen an Manager. Weitere Reformthemen: – die Eigenkapitaldecke der Banken – die Bankenaufsicht und – der Ausstieg aus dem Krisenmanagement mit Staatsgeldern. Obama hatte dem Deckeln von Managergehältern bereits eine Abfuhr erteilt. Europa lässt die Muskeln spielen: Der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, drohte mit einem Alleingang der Europäer, sollten die USA nicht mitziehen. Sollte gar nichts vorangehen, will Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy das Treffen in Pittsburgh sogar platzen lassen. Beim G-20-Gipfel in London Ende März war es vor allem darum gegangen, die Welt vor einer Depression retten. Jetzt zeigt sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel entschlossen, bei den Bonuszahlungen einzugreifen – unterstützt vom aktuellen EU-Ratspräsidenten, dem schwedischen Regierungschef Fredrik Reinfeldt. Zweiter grosser Anlauf der Europäer beim Treffen der G 20 in Pittsburgh: Fortschritte beim Klimaschutz, vor allem in den USA. Die Klimakonferenz in Kopenhagen ist schon im Dezember, unwiderruflich. Gegen die Mammutaufgabe Klima könnte die Finanzkrise wie ein Monopolyspiel aussehen: Allein die Bewältigung des Klimawandels und die Einführung grüner Technik in den Entwicklungsländern dürfte ab 2020 nach einer Studie der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft 100 Milliarden Euro kosten, jährlich.