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Streit über italienischen Afghanistan-Einsatz

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Streit über italienischen Afghanistan-Einsatz

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Nach dem Tod von sechs italienischen Soldaten in Afghanistan streitet die Regierungkoalition in Rom über den Zukunft der Mission am Hindukusch. Während sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi eher vorsichtig äußerte und vor allem keinen Termin für einen Truppenabzug nannte, forderte sein streitbarer Koalitionspartner Umberto Bossi von der Lega Nord ganz konkret, die Soldaten bis Weihnachten nach Hause zu bringen.

Berlusconi hingegen sprach von einer Übergangsstragie, die vonnöten sei: Die afghanische Regierung müsse die Dinge immer mehr in die eigene Hand nehmen können, dann könnten zugleich die alliierten Truppen verringert werden.

Verteidigungsminister La Russa und Außernminister Frattini – beide Parteifreunde Berlusconis – hatten zunächst nur betont, das Terroristen die Mission nicht stoppen könnten. Neue Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Italiener, die den Einsatz ablehnt, weiter zugenommen hat.

Die Schwester eines der getöteten Soldaten sagte, sie habe ihm gerade noch ein Foto seines Sohnes schicken können, und er habe geantwortet, er sei sehr froh darüber.

Bei dem Selbstmordanschlag waren am Donnerstag im Osten der Hauptstadt Kabul insgesamt 16 Menschen getötet worden, darunter sechs Italiener der NATO-geführten Schutztruppe ISAF. Die radikal-islamischen Taliban haben sich zu der Tat bekannt.

Seit Beginn des Einsatzes sind nunmehr 21 italienische Soldaten ums Leben gekommen. Derzeit sind etwa 2800 Italiener in Afghanistan stationiert: im Westen des Landes sowie in der Hauptstadt.