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Gemischte Reaktionen auf Räumung

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Gemischte Reaktionen auf Räumung

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Die Räumung des sogenannten “Dschungels” stößt auf gemischte Reaktionen. Einwanderungsminister Eric Besson besuchte das zerstörte Lager. Besson hatte die Aktion bereits in der vergangenen Woche angekündigt, sie war ein großes Medienspektakel. Besson verteidigte seine Entscheidung: Ziel sei es nicht gewesen, möglichst viele Einwanderer festzunehmen, indem man sie bei Tagesanbruch überrascht habe. Man habe vielmehr einen Ort des Menschenhandels zerstören wollen. Ein Großteil der Flüchtlinge war bereits fort, als die Bagger kamen. Sie wurden bis zuletzt von zahlreichen Hilfsorganisationen unterstützt. Myriam Rachid arbeitet ehrenamtlich für eine katholische Organisation. Manche Flüchtlige hätten geweint und geschluchzt, berichtet sie. “Sie wollten nicht gehen. Und sie wissen, dass sie bald wieder hier sein werden. Sie werden zurückkommen. Sie zu vertreiben, heisst nur, das Problem zu verlagern. Es ist aber weiterhin da.” Großbritanniens Innenminister Alan Johnson begrüßte die Räumung, vor allem die Entschlossenheit mit der sie ausgeführt worden sei. London hatte schon seit längerem Druck auf Paris ausgeübt, damit keine Flüchtlinge mehr illegal von Calais aus nach Großbritannien kommen. Dan Hodges setzt sich für die Rechte von Flüchtlingen ein. Er hält es für besonders empörend, wie die französische und andere europäische Regierungen ihre Hände in Unschuld wüschen. Sie spielten eine Art groteskes Paketverschieben mit Menschen, ohne sie in ihre eigenen Asylrechtssysteme zu integrieren und ohne ihnen die Hilfe zu geben, die sie benötigten. Auch die Chefin der französischen Sozialisten, Martine Aubry, sprach von einem “unmenschlichen Akt, der das Problem nicht löse”. Die Flüchtlinge seien nun in einer schlimmeren Situation als zuvor. Was aus ihnen wird, ist zunächst eínmal unklar.