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Polizei räumt "Dschungel von Calais"

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Polizei räumt "Dschungel von Calais"

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Am Morgen haben rund 500 Polizisten in knapp zwei Stunden den sogenannten “Dschungel von Calais” geräumt. Dabei nahmen sie 276 illegale Einwanderer vorläufig fest.

Diese – in der Mehrzahl Afghanen, aber auch Iraker, Eriträer und Sudanesen – leisteten keinen Widerstand. Sie waren nur traurig darüber, das zu verlieren, was zumindest vorübergehend ihr Zuhause war – bevor sie es vielleicht geschafft hätten, mit einem Schlepper illegal nach England zu gelangen. Für viele gilt das Land als Eldorado, da sie die Sprache bereits sprechen. Zu gewalttätigen Zusammenstößen kam es dagegen zwischen der Polizei und Menschenrechtsaktivisten, die sich für die Rechte der Einwanderer einsetzen und sich lange schützend vor sie stellten. Sie halten die Räumung des Lagers für eine Scheinlösung. Zwei von ihnen wurden vorübergehend festgenommen. Unter den eingewanderten Festgenommenen waren auch viele Minderjährige, die in spezielle Unterkünfte gebracht wurden. Für die Menschenrechtler war das Vorgehen der Polizei trotzdem unverhältnismäßig. “Sie waren überhaupt nicht gewalttätig. Das sind Kinder. So viele waren minderjährig. So behandelt man doch keine Kinder!” Die Polizei konnte jedoch nur verhältnismäßig wenige Einwanderer aufgreifen. Denn nachdem der Integrationsminister Eric Besson die Räumung des Lagers angekündigt hatte, haben Hunderte Illegale das Camp verlassen. Weitere Hunderte sind geflüchtet, kurz bevor die Polizei das Lager einkreisen konnte. Mit Bulldozern hat die Polizei ganze Arbeit geleistet. Experten glauben jedoch, dass das Problem damit keinesfalls gelöst ist.