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Smarthand-Projekt kommt voran

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Smarthand-Projekt kommt voran

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“Smarthand” ist ein europäisches Forschungsprojekt. Wissenschaftler versuchen Patienten, denen Hände amputiert wurden, ein Gefühl für ihre Handprothesen zu geben, indem ihr Gehirn “getäuscht” wird. Der Schwede Robin af Ekenstam bewegt sich im Alltag ganz normal. Nur wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass etwas mit seiner Hand passiert sein muss. Vor drei Jahren wurde ein Tumor in seiner rechten Hand entdeckt. Bevor er sich im Körper ausbreiten konnnte, wurde seine Hand amputiert. Er trägt momentan eine elektronische Handprotese.

Forscher arbeiten an einer “intelligenten”, berührungsempfindlichen Handprothese. Robin af Ekenstam testet in diesem Labor eine Handprothese mit vier Motoren und 40 Sensoren. Es soll ihm möglich gemacht werden, Dinge wie mit einer normalen Hand tun zu können. Robin af Ekenstam ist begeistert: “Ich arbeite mit Muskeln, die sich schon seit Jahren nicht mehr angespannt habe. Das ist nicht einfach. Aber wenn man die Kontrolle darüber hat, ist es toll. Es ist ein Gefühl, dass ich schon lange nicht mehr hatte. Wenn ich nach etwas greife, dann fühle ich das in meinen Fingerspitzen, obwohl ich sie nicht mehr habe. Das ist großartig!” Ein Partner des Projekts ist die Universitätsklinik in Malmö. 30 Jahre beschäftigt sich Göran Lundborg schon mit dem Thema. Bei ihm dreht es sich um die Frage, wie das Gehirn, die Hand steuern kann. Lundborg erklärt: “Wir wissen, dass Druck über Sensoren von der künstlichen Hand über bestimmte Kanäle in die verbliebene Hand transportiert wird. Wenn man den richtigen Punkt erwischt, dann wird auch die korrekte Region im Gehirn aktiviert. Kurz gesagt: Wenn man Druck auf die Finger der künstlichen Hand ausübt, dann wird die Region “Zeigefinger” im Gehirn aktiviert.” In der Testphase prüfen die Wissenschaftler, ob sie ein Feedback über die Sensoren bekommen. Dieser Prototyp ist nur eine Stufe auf dem Weg zur einer total neuen künstlichen Hand. Viele Kabel und Motoren sind noch zu sperrig und müssen verändert werden. Man braucht auch noch einen kleinen Prozessor, eine Stromquelle und ein Kommunikationssystem. Alles müsste dazu implantiert werden. Die Nanotechnologie wird dabei eine große Rolle spielen. Der Koordinator des Smarthand-Projekts, Fredrik Sebelius sagte: “So eine Nervenschnittstelle könnte in Zukunft im Arm implantiert werden. Diese Schnittstelle könnte dann alle Signale vom Gehirn empfangen und gleichzeitig welche zurückschicken. Wie im Radio werden Signale zur Prothese übertragen. Alles kann jederzeit kontrolliert, registriert und gespeichert werden.” Für Robin af Ekenstam ist es noch ein Traum. Sein tägliches Leben würde sich so komplett verändern. Momentan ist er auch über den aktuellen Stand der Forschung begeistert. Denn die Handprothese im Labor zeigt ihm, dass sein Traum irgendwann Wirklichkeit werden kann.