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Ungewissheit vor Bundestagswahl

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Ungewissheit vor Bundestagswahl

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Wenige Tage vor der Bundestagswahl in Deutschland haben die Sozialdemokraten in den Umfragen leicht zugelegt, liegen jedoch immer noch weit hinter den Christdemokraten.

Ihr Spitzenkandidat gibt nun aber noch einmal alles, um eine Koalition von CDU und FDP zu verhindern. Mit krächzender Stimme begrüßt Frank-Walter Steinmeier gestern abend seine Anhänger in Nürnberg, denen er dann mitteilt: “Schwarz-Gelb wird in diesem Lande nicht gewollt, meine Damen und Herren, und das ist die gute Botschaft.” Nach der neuen Umfrage des Forsa-Instituts ist Schwarz-Gelb allerdings sehr gut möglich – auch wenn die CDU leicht einbüßt. Die FDP bleibt stabil zweistellig, ebenso wie die Grünen und die Linke. Für die CDU und Angela Merkel ist die Frage zur Zeit wohl nur, mit wem sie weiterregiert – angesichts dessen, dass die SPD im Bund nicht mit den Linken will. Die Bundeskanzlerin baut im Wahlkampf vor allem auf ihre persönliche Beliebtheit. Beim bevorstehenden Gipfeltreffen der G-20 kann sie sich angesichts der Krise auch noch einmal profilieren. Bei einem Wahlkampfauftritt in Mainz sagt sie: “Deshalb fahre ich am Donnerstag und Freitag nach Pittsburgh in der festen Absicht, dort mit den anderen neunzehn Regierungschefs der größten Industrieländer dafür Sorge zu tragen, dass es in Zukunft Regeln gibt – auch für die internationalen Banken, damit sich so etwas nie wiederholt.” Ob die Liberalen nach elf Jahren wirklich wieder mitregieren dürfen, bleibt unsicher: Bei so einem knappen Ausgang sind die Umfragen zu ungenau. Ungewiss bleibt auch der Einfluss möglicher Überhangmandate: Sie geben einer Partei mit sehr vielen Direktmandaten unter Umständen mehr Sitze, als ihr nach dem Stimmenanteil in Prozent zustehen würden.