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Calais: Ungewisses Schicksal für Flüchtlinge

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Calais: Ungewisses Schicksal für Flüchtlinge

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Nach der Räumung eines Flüchtlingslagers in Frankreich sehen viele Stimmen den Einsatz durchaus kritisch. Das Lager aus Holzpaletten, Kartons und Planen in Calais am Ärmelkanal wurde gestern niedergewalzt; die meisten Bewohner hatten es nach einer Ankündigung letzte Woche ohnehin schon verlassen.

Allerdings findet sich unter den Anwohnern auch Zustimmung: “Ich bin erleichtert”, sagt ein Mann hier; “nach all den Jahren bin ich erleichtert. Die Nächte werden jetzt sicherer, keine Probleme mehr, keine Schlägereien mehr zwischen denen. Jetzt können wir besser schlafen.” Die Politik zeigt sich ebenfalls zufrieden; Skeptiker verweisen aber auf die Räumung des Flüchtlingslagers Sangatte, ebenfalls bei Calais, vor sieben Jahren – schon damals sei ein Ende der Probleme versprochen worden, geändert habe sich gar nichts. Letztes Jahr griff die Polizei in der Gegend um Calais mehr als 35 000 Flüchtlinge auf – viele von ihnen auch mehrfach. Was mit den fast dreihundert Flüchtlingen aus dem Lager passieren soll, ist zumeist unklar. Einige von ihnen sind rechtmäßig in Frankreich. Knapp die Hälfte von ihnen haben sich ohnehin als Minderjährige bezeichnet; damit dürfen sie nicht abgeschoben werden.