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Streit um Schicksal von Clotilde Reiss

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Streit um Schicksal von Clotilde Reiss

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In der französischen Botschaft hat es Clotilde Reiss zur Zeit besser als viele andere Gefangene im Iran: Trotzdem ist das Schicksal der Französin nach wie vor ungewiss; Reiss wartet mit vielen Mitangeklagten auf die Urteile in ihrem Prozess.

Ihr Schicksal wird jetzt auch auf höchster Ebene verhandelt, jedenfalls über die Medien: Irans Staatspräsident äußerte sich im französischen Fernsehen zu dem Fall, sein französischer Kollege will ihm heute abend im Fernsehen antworten. Auf Fragen nach einer Begnadigung und Freilassung von Reiss erwähnt Machmud Achmadinedschad, dass ebenso Iraner schon seit Jahren in französischen Gefängnissen säßen. Auf die Frage, ob er Frankreich damit erpressen wolle, gibt er nur die Antwort: Wenn man das wolle, gehe das auch einfacher. Eine französische Zeitung erwähnt dazu den Fall eines Mannes, der 1994 in Frankreich verurteilt wurde, wegen des Mordes an einem früheren iranischen Regierungschef. Zu einer möglichen Freilassung gibt es aber offiziell keine Reaktion. Sein Anwalt bestätigt, dass man sich seit dem Sommer um eine Freilassung und eine Überstellung in den Iran bemühe, aber ohne jeden Zusammenhang mit dem Fall Reiss. Die 24-jährige Clotilde Reiss arbeitete im Iran an einer Universität. Sie steht vor Gericht, weil sie an den Protesten nach der umstrittenen Präsidentenwahl beteiligt gewesen sein soll. Bis zum Urteil darf sie sich in der französischen Botschaft aufhalten, aber nicht ausreisen.