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Grossbritannien: Neue Richtlinien zur Sterbehilfe

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Grossbritannien: Neue Richtlinien zur Sterbehilfe

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Grossbritannien hat sein Gesetz zur Sterbehilfe präzisiert. Debbie Purdy hatte beim obersten Gericht des Königreichs auf eine Klarstellung des Gesetzes gepocht. Die 46-Jährige leidet an Multipler Sklerose. Sie wollte verbindlich wissen, ob ihr Ehemann bestraft wird, wenn er sie in eine Schweizer Sterbeklinik begleitet.

“Das Gesetz versucht jetzt, einen Unterschied zu machen zwischen der bösartigen Ermunterung zum Seuizid und der Hilfe für todkranke Menschen, die entschieden haben, dass sie so nicht weiterleben wollen”, sagte Purdy. Das Sterbehilfe-Gesetz wurde nicht grundlegend geändert. Die direkte Hilfe und Anstiftung zum Selbstmord bleibt weiterhin verboten. Nach den neuen Richtlinien machen sich jedoch Angehörige nicht mehr strafbar, die aus Mitleid einen todkranken Verwandten beim Sterben begleiten. Zum Beispiel durch den Transport in eine Sterbeklinik. Doch bei den Kritikern bleiben Bedenken. Peter Saunders von dem Verein “Care not Killing” sagte: “Wir sind besorgt darüber, wie viele Krankheiten die neuen Richtlinien einschliessen. Wie zum Beispiel Demenz, Diabetes, Parkinson oder Herzkrankheiten. Ausserdem haben wir die Befürchtung, dass die Angehörigen vielleicht nicht immer im Interesse des Kranken handeln.” Mindestens 115 Briten sind bislang in die Schweiz gereist, um zu sterben. Dort ist Sterbehilfe nicht verboten. Gegen keinen der Angehörigen, die sie auf ihre letzten Reise begleiteten, wurde bislang ein Strafverfahren eingeleitet.