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Wohin entwickelt sich die Welt - und wo wird Europa 2025 stehen?

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Wohin entwickelt sich die Welt - und wo wird Europa 2025 stehen?

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Die zentrale Frage bei einem Seminar der EU-Kommission an diesem Donnerstag in Brüssel. Antwort eines Experten, Lionel Fontagné vom CEPII:

“Der Kern der weltweiten Aktivität wird sich nach Asien verlagern, insbesondere nach China.” Das ist nicht nur eine Frage der Bevölkerungsentwicklung. Es betrifft die Produktion, Handel, aber auch Forschung und Technologie. Beim Bevölkerungsreichtum wird China in vierzig Jahren laut Prognosen von Indien vom Platz eins verwiesen werden. Die EU und die USA bleiben demnach abgeschlagen auf Platz drei und vier. Pakistan, Indonesien, Nigeria und Brasilien schließen auf. Kommentar von Jean-Michel Baer von der Generaldirektion Forschung der EU-Kommission: “Europa wird in der Welt von Morgen eine Minderheit sein. Die Bevölkerung wird viel älter sein als in den meisten anderen Regionen. Und daraus muss die Politik Lehren ziehen. Man muss dies aber nicht immer als Bedrohung sehen. Es kann uns schwächer machen, es kann uns stärker machen. Die Alterung der Bevölkerung ist eine Schwäche, aber sie ist auch eine Stärke, denn so kann viel Erfahrung an jüngere Generationen weitergegeben werden.” Die EU muss also noch mehr Geld für die Versorgung der Alten einplanen. Und sie hat künftig nicht einen weiteren “Brain Drain”, die Abwanderung von Akademikern zu erwarten, sondern eher eine globale “Brain Circulation”. Eine weitere Erkenntnis beim Seminar an diesem Donnerstag: “Der Reichtum wird sehr viel schneller wachsen als die Weltbevölkerung, denn in dem Zeitraum, der uns interessiert, wird die Weltwirtschaft sich größenmäßig verdoppeln, während die Bevölkerung nur um ein Viertel wächst”, erklärt Fontagné. “Das ist schon eine gute Nachricht. Die weniger gute Nachricht ist, dass dies beachtlichen Druck auf die Ressourcen schaffen wird – die Kombination der beiden Phänomene mit einer weltweiten Steigerung des Konsums um 85 Prozent.” Bis 2025 wird sich die Weltproduktion im Vergleich zu 2005 laut der Expertengruppe der EU verdoppeln, nicht mehr das Dreieck EU-USA-Japan, sondern Asien wird den Weltmarkt beherrschen. Bei den Konsumgewohnheiten müsse sich einiges ändern, sollen die ärmsten Länder nicht Opfer des Verteilungskampfs werden.