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Russland kritisiert Irans Atomprogramm

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Russland kritisiert Irans Atomprogramm

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Ungewöhnlich deutlich hat Russland die Atompläne des Iran kritisiert. Zwar drohte Präsident Dmitri Medwedew nicht ausdrücklich mit neuen Sanktionen. Er hatte diese zuletzt aber nicht ausgeschlossen. Teheran hatte den Bau einer zweiten Urananreicherungsanlage zugegeben, nur knapp eine Woche vor einer neuen Verhandlungsrunde in Genf.

Am 1. Oktober tage das Sextett in Genf, so Medwedew. Dann müsse der Iran zeigen, dass er an den Gesprächen festhalte. Wenn der Iran dazu in Genf bereit sei, müssten Schritte zum Aufbau von Vertrauen in sein Atomprogramm folgen, Transparenz, sowie die Bereitschaft zur umfassenden Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde. US-Präsident Barack Obama schloss auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten und dem britischen Premierminister auch eine militärische Lösung nicht aus: Er bevorzuge eine diplomatische Lösung, aber wenn Verhandlungen keine Ergebnisse zeigten, könnten andere Konsequenzen folgen. Den Bau der unterirdischen Anlage in Qom habe Teheran erst zugegeben, nachdem Geheimdienste davon erfahren hätten, berichteten Diplomaten. Bisher war nur die Urananreicherungsanlage in Natans bekannt. Laut der Mitteilung an die Internationale Atomenergiebehörde soll in Qom Uran bis zu 5 Prozent angereichert werden – das wäre zu gering für den Bau von Atomwaffen.