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Senioren und die Bundestagswahl

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Senioren und die Bundestagswahl

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Sie sind über 65 Jahre alt – und in Deutschland stellen sie mehr als 17 Millionen Wahlberechtigte. Zudem sind sie – statistisch – seltener Opfer von Wahlmüdigkeit, als der durchschnittliche Wähler. Die Senioren gehören damit zu den Wählergruppen, deren Stimme an der Urne schwer wiegt. Da scheint es kaum ein Zufall, dass die Regierungsparteien im Juli, nur weniger Monate vor der Bundestagswahl, die Renten erhöhten – trotz einer Inflation nahe dem Nullpunkt. Gerade Kanzlerin Angela Merkel versucht, eine Gruppe bei der Stange zu halten, die traditionell eher zu den Stammwählern ihrer CDU gehört. Aber die Zeiten scheinen sich zu ändern: Die Älteren seien natürlich treuere Wähler der CDU als andere Altersgruppen, sagt Manfred Güllner vom Meinungsforschungsinstitut Forsa, aber auch die Älteren seien bei Wahlen beweglicher geworden. Einer Partei die Treue zu halten, das scheint von gestern – auch für die Senioren. Und mancher erinnert sich, es auch früher nicht GANZ genau genommen zu haben – und trotz christdemokratischer Familientradition auch mal Willy Brandt (SPD) gewählt zu haben. Für die Parteien werden die Vorhersagen schwieriger – galten die Senioren in ihren Berechnungen doch jahrelang als diejenigen, die am wenigsten für Überraschungen gut waren. Eine Generation, die mit Willy Brandts Motto “mehr Demokratie wagen”, aufgewachsen sei, komme nun im Rentenalter an, sagt Ulrike Maschner. Deutschland gehört weltweit zu den Ländern, in denen die Bevölkerung am schnellsten altert – doch politisch sind die Senioren als andere als antiquiert.