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Der nächste Winter kommt bestimmt - Energie-konferenz in Jalta

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Der nächste Winter kommt bestimmt - Energie-konferenz in Jalta

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Die Energieversorgung Europas, der Gaskonflikt zwischen Russland und der Ukraine im vergangenen Jahr und erneuerbare Energieträger standen im Mittelpunkt einer Konferenz in der ukrainischen Stadt Jalta. Fotos im Palais Livadia erinnern daran, dass am Ende des Zweiten Weltkriegs hier die Aufteilung Deutschlands und die Machtverteilung in Europa vereinbart wurden. “2003 stellten wir fest, dass die Ukraine und die EU nur auf der Ebene der Beamten miteinander kommunizierten”, so der Initiator der Konferenz, Viktor Pintschuk. “1945 wurde in Jalta die Welt aufgeteilt. Wir versuchen, sie wieder zu vereinen.”

Der jüngste Gaskonflikt zwischen Kiew und Moskau im vergangenen Winter und seine Folgen für einige Mitgliedsstaaten der EU, die tagelang nicht beliefert wurden, wurde ebenfalls debattiert. “Das Risiko einer neuen Gaskrise mit Russland besteht weiterhin”, so der Analyst Andrew Wilson. “Jeden Monat hatte die Ukraine irgendwelche Zahlungsschwierigkeiten. Es ist schwer vorauszusagen, wann es zur Krise kommt. Die Lösung im vergangenen Januar war nur eine vorübergehende. Es kann also nur um die Frage gehen, wann die nächste Krise kommt.” Einer, der sich in den Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine auskennt, ist der frühere russische Regierungschef Viktor Tschernomyrdin, heute Berater des Präsidenten Dmitri Medwedew. “Wir wünschen bessere Beziehungen. In den vergangenen sieben Monaten sind die Handelsbeziehungen auf die Hälfte geschrumpft. Leider werden Politik und Wirtschaft vermischt. Die Gas-Frage ist keine politische Frage, vielmehr geht es um die Beziehungen zwischen zwei Unternehmen.” Auch der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer nahm an der Konferenz teil und warnte vor einem neuen Gaskonflikt. Auch sprach er sich für eine Diversifizierung der Gasversorgung Europas aus.