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Deutsche Wirtschaft nimmt schwarz-gelbe Koalition in die Pflicht


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Deutsche Wirtschaft nimmt schwarz-gelbe Koalition in die Pflicht

Führende Wirtschaftsvertreter haben das Ergebnis der deutschen Bundestagswahl begrüßt. Zugleich nahmen sie jedoch die künftige schwarz-gelbe Regierung in die Pflicht. Das Ergebnis sei kein Freibrief, sondern eine Verpflichtung, so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte wenige Stunden nach der Wahl ein 100-Tage-Sofortprogramm.
 
An der Börse reichte es nur für einen kleinen Freudensprung.
 
Robert Halver, Chefanalyst, Baader Bank:
 
“Eine mehr marktfreundliche Regierung ist gut für die Börse, aber wir wissen natürlich auch alle, aufgrund der hohen Staatsverschuldung ist jede Reformpolitik auch beschränkt.”
 
Die Wunschliste der Wirtschaft: – Korrekturen an der Unternehmens- und Erbschaftssteuerreform, – Wachstum, – ein konsolidierter Staatshaushalt und – mehr Investitionen in die Bildung.
 
Volkswirte der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute dämpfen bereits die Hoffnungen.
 
Klaus Zimmermann, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung:
 
“Da hat die neue Regierungskoalition ein grosses Problem. Die Steuersenkungen sind versprochen, und ganz ohne wird man wohl nicht herumkommen. Man muss aber doch einen Kassensturz machen, und der wird zeigen, dass mittelfristig das Haushaltsdefizit ganz ordentlich weiter wächst.”
 
Und die Risikofaktoren sind nicht über Nacht verschwunden:
  – Der Bankensektor ist noch nicht über den Berg. Fast die Hälfte der Klientel von Schwarz-Gelb im Mittelstand rechnet laut einer Umfrage von Mitte September mit einer neuen Kreditklemme.
  – Deutschlands Wirtschaft wird in diesem Jahr um fünf, sechs Prozent schrumpfen und im nächsten Jahr, wenn überhaupt, nur um gut ein Prozent wachsen.
 
- Knappe öffentlich Kassen dürften Steuersenkungen nahezu unmöglich machen, Experten rechnen vielmehr mit höheren Steuern in ein bis zwei Jahren.
  – Und: Die Zahl der Arbeitslosen dürfte vorerst weiter steigen

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