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Konzernchef wegen Selbstmordserie unter Druck

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Konzernchef wegen Selbstmordserie unter Druck

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Wegen der Selbstmordserie bei France Télécom gerät Konzernchef Didier Lombard unter Druck. Gewerkschaften und Oppositionspolitiker fordern den Rücktritt des Managers. Die Gewerkschaften machen für die Selbstmordserie seit Wochen den Umbau des einstigen Staatsmonopolisten verantwortlich, der vielfach Versetzungen nach sich zieht.

Lombard hält den Konzernumbau für unausweichlich: “Der Druck entspricht dem, was notwendig ist, aufgrund des Wettbewerbs. Aber es gibt Möglichkeiten, diesen Druck zu verringern, indem man humaner vorgeht”, erklärte Lombard. Neuestes Opfer ist ein 51 Jahre alter Beschäftigter in einem Callcenter, der sich am Montag von einer Autobahnbrücke in den Westalpen in den Tod gestürzt hatte. Die Betriebsärzte sehen einen Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Selbstmorden. “Problematisch an den veränderten Arbeitsbedingungen ist, dass die Mitarbeiter nicht mehr glauben, einen guten Job zu machen. Das führt zu einem Verlust von Selbstwertgefühl, die Angst und Depression erzeugt”, erklärt Betriebsärztin Catherine Morel. In seinem Abschiedsbrief nannte das jüngste Opfer das Arbeitsklima in dem Konzern als Motiv für seine Tat. Ein Freund des Selbsmörders wirft dem Mangement vor, die Schuld den Opfern zuzuschieben, sie seien böswillig, weil sie sich weigerten Arbeiten zu verrichten, die ihrer Ausbildung durchaus entsprächen. Um den ehemaligen Staatsmonopolisten wettbewerbsfähig zu machen sind in vergangenen Jahren 22000 Stellen gestrichen und 7000 Mitarbeiter versetzt worden. Wegen der Selbstmordserie ließ der französische Staat als Großaktionär vorerst alle durch den Konzernumbau bedingten Versetzungen stoppen.