Eilmeldung

Eilmeldung

Letzter Labour-Parteitag vor der Wahl

Sie lesen gerade:

Letzter Labour-Parteitag vor der Wahl

Schriftgrösse Aa Aa

Noch einmal hat Gordon Brown Gelegenheit, seine Labour-Partei hinter sich zu bringen und auf die Wahl einzuschwören. Wann in Großbritannien gewählt wird, ist zwar noch unbekannt: Brown kann es selbst festlegen, bis Anfang Juni nächsten Jahres muss es nun aber sein.

Auf dem Parteitag in Brighton stellt der Regierungschef und Parteivorsitzende sich und Labour als die besten Krisenmanager für die Wirtschaft dar: Von einem neuen Wirtschaftsmodell seiner Partei spricht Brown, mit drei Säulen. Die Finanzbranche müsse immer der Diener von Volk und Wirtschaft sein, nie der Herr über sie. Die künftige Wirtschaft müsse grün sein, und das Land müsse alle seine Möglichkeiten ausschöpfen, wenn es Erfolg haben wolle. Und von der Finanzwelt hätte Brown nun gerne, dass sie dazu beitrage, dass britische Erfindungen und Innovationen auch hierzulande weiterentwickelt und hergestellt würden. Es ist auf jeden Fall Browns letzte Parteitagsrede vor der Wahl – fast mit Sicherheit aber auch seine letzte überhaupt als Partei- und Regierungschef. Zuviel Vertrauen hat er verloren, seit er das Amt vor zwei Jahren von Tony Blair übernahm: Schon im letzten Jahr konnte er nur knapp einen Aufstand in den eigenen Reihen abwehren. Seitdem gab es weitere Pannen, mehrnals gab Brown ein unglückliches Bild ab. Am deutlichen Wahlsieg der konservativen Tories zweifelt kaum noch einer. In einer neuen Umfrage ist Labour jetzt sogar auf den lange undenkbaren dritten Platz abgestürzt, knapp hinter den Liberaldemokraten. Allerdings muss sich das wegen des Mehrheitswahlrechts nicht genauso in Parlamentssitzen niederschlagen; in Großbritannien werden die Abgeordneten nicht nach Listen gewählt, sondern nur direkt in ihren Wahlkreisen.