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Selbstmordserie bei France Télécom reisst nicht ab

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Selbstmordserie bei France Télécom reisst nicht ab

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Die Serie von Selbstmorden unter Mitarbeitern des französischen Telekommunikationskonzerns France Télécom reißt nicht ab. Ein 51 Jahre alter Beschäftigter stürzte sich bei Annecy von einer Brücke in den Tod. Er ist bereits der 24 Suizidfall in den letzten eineinhalb Jahren. Die Situation unter der Belegschaft ist angespannt. Der Firmenchef Didier Lombard besuchte gestern zum ertsen Mal nach einem Selbstmord das betroffene Werk. Er kündigte Veränderungen im Konzern an, um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu verbessern. “Auf nationaler Ebene hören wir damit auf, dass leitende Angestellte alle drei Jahre ihre Position wechseln müssen, “ erklärte er. Ständiger Jobwechsel, aber auch Druck und Stress am Arbeitsplatz sollen abgebaut werden. Lombard zieht damit erstmalig Konsequenzen aus der Serie an Selbtsmorden in seinem Unternehmen. Aber den Gewerkschaften reicht das nicht. Jean Claude Portello der Union Leader fordert: “Die ganze Firmenspitze von France Telecom sollte zurücktreten. Die Menschen, die dort oben sind gehören dort nicht hin. Sie sind total abgehoben und verteidigen nur die Interessen der Aktionär. Die Menschen sind ihnen dabei total egal”.

Beim französischen Telekommunikationskonzern wurden in den vergangenen Jahren 22.000 Stellen gestrichen und 7000 Mitarbeiter versetzt. Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass ein Teil der Selbstmorde direkt auf den Konzernumbau zurückzuführen ist.